Ein gutes Bier brau(ch)t etwa drei Wochen

 

Presse Die Cellesche Zeitung berichtet:
"Ein gutes Bier brau(ch)t etwa drei Wochen. Den Geschmack bekommt es aus Extrakten"
 

Vom Pils bis zum Weizen: Celler Betz Brauerei produziert sechs verschiedene Sorten

von Tore Hamening

 

In Bayern ist es Grundnahrungsmittel und es gilt immer noch als eines der Lieblingsgetränke der Deutschen: das Bier. Aus Malz, Hopfen, Hefe und einigen anderen Zutaten wird es auch in Celle bei der Betz Brauerei hergestellt. Dabei werden aus den Zutaten die Extrakte gewonnen, die dem Gerstensaft seinen Geschmack verleihen. Dem Malz und Hopfen das beste Entlocken. Das ist die Kunst des Bierbrauens, wie es in der Brauerei Betz in Celle gemacht wird. Die Grundzutaten Malz, Hopfen und Hefe werden angeliefert. „Und das Celler Leitungswasser ist so gut, dass wir das auch gleich verwenden können“, sagt Frauke Betz, die zusammen mit ihrem Cousin Stephan Betz die Geschicke der Firma leitet.

 

Zuerst wird das Malz, das aus Sommergerste gewonnen wird, geschrotet und kommt zusammen mit dem Wasser in den Maischbottich. Aus dem Getreiudprodukt werden jetzt langsam die Kohlenhydrate und Eiweiße herausgelöst, indem die Enzyme aktiviert werden. „Der Maischbottich wird dabei auf verschiedene Temperaturstufen gebracht, um je nach Biersorte die verschiedenen Enzyme zu aktivieren“, erklärt Betz.

 

Die Kohlenhydratketten werden so aufgespalten und in verschiedene Zuckerarten umgewandelt. Die braucht später die Hefe als Nahrung. Doch bevor es soweit ist, fließt das zukünftige Bier erst einmal in die Würzepfanne und wird gereinigt. Die Fachleute sprechen dabei vom Läutern. Die nicht löslichen Stoffe des Malzes werden heraus geholt und gleichzeitig der Hopfen zugesetzt. Er sorgt für den herben Geschmack und kann je nach Bierart natürlich auch variiert werden. „außerdem wird das Bier steril, weil Mikroorganismen durch die Hitze abgetötet werden“, erklärt Betz.

 

Ist die gewünschte Stammwürze erreicht, kommt die alkoholische Gärung. Die Flüssigkeit wird mit Hefe versetzt und diese beginnt jetzt die Zucker in derWürze in Alkohol umzuwandeln. Das geschieht im Gärtank bei rund elf Grad. Bei einem normalen Pils dauert das Ganze etwa sieben Tage. „Einige machen das auch schneller, indem sie die Temperatur erhöhen, aber dann gibt es mehr Beiprodukte, die die Qulaität verschlechtern“, sagt Braumeister Betz. Das Jungbier fließt nach rund einer Woche in einen Lagertank. Dort reift es noch einmal zehn bis 14 Tage weiter. Eigentlich ist das Bier jetzt als naturtrübes schon trinkbar, aber manche stehen eben mehr auf ein klares, goldenes Bier. Deswegen wird jetzt das Bier noch einmal durch Kieslgur und einen feinen Filter filtriert. Erst dann geht es auf die Abfüllanlage und wird in Flaschen gefüllt, um zum Kunden ausgeliefert zu werden.

 

Die Betz-Brauerei
Die Betz Brauerei gibt es seit 1893 und sie wurde von Carl Betz gegründet. Der Sitz der Firma war zunächst in in der Marienstraße. Im zweiten Weltkrieg wurde das Areal aber durch Fliegerbomben zerstört und das Unternehmen zog in die Waldstraße um. Stephan und Frauke Betz haben im vergangenen Jahr das Ruder übernommen, führen das Unternehmen in der vierten Generation. Insgesamt beschäftigt die Betz Brauerei zwölf Mitarbeiter. In dem Betrieb werden sechs verschiedene Sorten, von Pils über dunkles bis Weizenbier hergestellt. Neben dem Bierverkauf handelt der Betrieb auch mit Flüssigzucker.